OPEN OFFICE 2
6. Mai - 3. Juni 2006
OPEN
OFFICE 2 mit Alice Stepanek / Maximo Victoria, Nikifor Brückner,
eteam, Katharina Jahnke, Jürgen Stollhans, Christiane Post.
Die zweite Ausstellung der Reihe Open Office - collected concepts
verfolgt kulturelle, soziale und politische Ideen, Theorien sowie Utopien.
Präsentiert werden Modelle, Entwürfe, Filmskizzen, Bilder
und Geschichten, die sich mit dem Konzeptbegriff als Definierung, Erweiterung,
Vermittlung und Erfindung von Wirklichkeit auseinandersetzen.
NIKIFOR
BRÜCKNER beschäftigt sich in Blue Chips
mit der medialen Beweglichkeit von Bildern im ständigen Wechsel
diskonvergenter Wahrnehmungen und Zeichenkonstitutionen: Mal sind es
verwischte Kontaktabzüge, die er ins Malerische transportiert,
mal sind es kurze Filmsequenzen, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten
neben Börseninformationen in einer Endlosschleife laufen. „Will
man den Apparaten auf die Schliche kommen, muss man versuchen, ihre
sture Absurdität gegen sie selbst auszuspielen." (V.
Flusser)
JÜRGEN STOLLHANS fängt
aus seiner Argentinienreise scheinbar zufällige Eindrücke,
abstrakte Begriffe und Bilder ein. In seiner Maxiauskopplung Darwin-Dalí-Toaster
stellt er eine Gradwanderung zwischen Kunst und Wissenschaft vor, die
er in einem Diavortrag vorführt.
CHRISTIANE POST verfolgt die Idee des Kinozugs von Aleksandr
Medvedkin. Sakkadenhaft zeichnet sie die Spur verschiedener intentionaler
Blicke auf die Utopie der Industrialisierung nach. Ihre Collage entlarvt
so die hierarchische Produktionsästhetik im Dokumentarfilm als
kinematographische Fiktion.
KATHARINA JAHNKE verbildlicht
die Leidensgeschichte des Löwen Marjan aus dem Kabuler Zoo, wobei
sie die Möglichkeit der Darstellbarkeit dieser komplexen Tragödie
ironisch hinterfragt. In Half Blind / Half Lion folgt
sie seiner Geschichte, dem Schauplatz und dessen Dokumentation in einem
Skizzenbuch aus Zeichnungen, Entwürfen und einem Modell.
ETEAM versuchen der bevorstehenden Sprengung eines
22-stöckigen Plattenbaus in Liverpool entgegenzuwirken. Mit Hilfe
einer Telefonleitung verhelfen sie zu seiner Resozialisierung im kulturellen
Gedächtnis. Ringing Tower konnte vor dem Abriss des Gebäudes
nicht mehr realisiert werden. Was bleibt ist eine Ideencollage, ein
Modell und die Frage: „Does
a building have a soul? You should call and ask."
ALICE STEPANEK und der Architekt MAXIMO VICTORIA
entwerfen die Utopie einer offenen zoologischen Stadtlandschaft, in
der die Grenze zwischen Tier und Mensch mit Hilfe art-übergreifender
Wanderwege aufgehoben werden soll. Der Kölner Zoo wird so zum Ausgangspunkt
der Idee, neue Lebensräume zu öffnen.
FORUM:
Im net-Forum werden fortwärend Texte gesammelt, die sich mit den
Konzepten im OPEN OFFICE auseinandersetzen und diese erweitern sollen.
Zusendungen an die Redaktion RpB Verlag:
m29info@netcologne.de