OPEN OFFICE 1 Coulpé Silke Bauer spielt mit den Begriffen „nebeneinander geschaltet, aneinander gebunden, paarweise zusammen getan“. In ihren Collagen und Zeichnungen will sie die Disharmonie und Vielschichtigkeit verbundener Paare zeigen und deren Bedeutung von Liebe umschreiben. Ihre Paare, die wie Mutanten einer schönen neuen Welt erscheinen, entnimmt sie dem Roman "Die Möglichkeit einer Insel" von Michel Houellebecq. Annette Riemann Colour Office Annette Riemann verarbeitet ihre eigene Synästhesie, in der sie Buchstaben als Farben wahrnimmt. In ihrem Colour Office löst sie das Alphabet in Farbfelder auf und führt uns so in die Problematik einer subjektiven Wahrnehmung vor Augen. In Anbetracht der ästhetischen Idealität der Synästhesie spielt sie mit einer Kommunikation, die im Grunde gar nicht stattfindet. Kocheisen+Hullmann Doppelgänger Das Künstlerpaar Ulrike Hullmann und Thomas Kocheisen beschäftigt sich schon sehr lange mit den Themen Verdopplung, Spiegelung und Doppelporträt. Für Open Office machen sie das Experiment, sich selbst (und Andere) in einer ganz besonderen reduzierten Art und Weise zu fotografieren und zweifach zu porträtieren. Norbert Arns Signatur In seinem Konzept fragt Norbert Arns nach dem Subjekt, seiner Identität, nach dem Ich und dem Namen. Dabei bezieht er sich expleziet auf das Buch: Babette Richter, Der Andere. In seiner Arbeit experimentiert er mit seinem eigenen Namen, seiner Signatur im Schnee, dessen Verschwinden er im Siebdruckverfahren festhält. Doris Frohnapfel Off Prints Kurz nach dem Osloer Friedensabkommen reiste Doris Frohnapfel 1994 nach Israel/Palästina – ins „Holy Land“, das europäische Fotografen und Touristen seit dem 19. Jahrhundert besuchten und abbildeten. Mit dem Fahrrad fuhr sie von Tel Aviv zum Toten Meer. Durch diese Reise entstanden Bilder-Collagen von fotografierten Postkartenmotiven Israels und Fotoszenen des militärischen Alltags. Es sind fragmentarische Fotografien und Skizzen, die sich mit der Produktion und Reproduktion von Ansichten und Ansichtskarten beschäftigen. Sie entwickelt Verstrickungen der Kamera mit der Topografie und spürt so mitunter den Leerstellen der Orte auf dem Bild nach. Hubert Becker Modell TV Hubert Becker beschäftigt sich in vielschichtiger Weise mit dem Thema der medialen (Selbst-)Reflexion in der Fotografie. Seine vorwiegend Schwaz-Weiß-Fotografien bewegen sich so zwischen Mimesis, Simulacre und Illusion. Bei Open Office stellt er die fotografische Vorlage für Modell TV vor. Der Bildsschirm eines alten Schwarz-Weiß-Fernsehers zeigt einen Ausschnitt, in dem gleichermaßen Porträtierung, Voyeurismus, Subjektivierung, Abbildung und Idealisierung reflektiert werden. Bettina Hutschek Domino Bettina Hutschek präsentiert einen Drehbuchentwurf und Audiofeature zu einem Film, den sie noch realisieren will. Die Filmidee entstand aus einem dokumentarischen Material, das sie „auf der Straße“ gefunden hat, - täglich spielen am Strand von Barcelona eine Gruppe von alten Männern Domino. Daraus entwickelt sie eine fiktive mythologische Geschichte über Orakel, Schicksale, Städtebilder und Lebenswege von Göttern und Menschen. FORUM: Im net-Forum werden fortwärend Texte gesammelt, die sich mit den Konzepten im OPEN OFFICE auseinandersetzen und diese erweitern sollen. Zusendungen an die Redaktion RpB Verlag: m29info@netcologne.de |