Hendrik de Wit Unser Gehirn erscheint als ein unberechenbarer, unendlich vielfältiger und komplizierter Apparat, der von einem selbständig funktionierenden Netzwerk verschiedenster Verbindungen und Bezüge gebildet ist. Seine so gestaltete Architektur ist von einem jeweils individuellen Grundmuster bestimmt, von dem vorgegebenen Rahmen des Ichs, so dass wir die Welt und uns selbst nicht im eigentlichen Sinne wahrnehmen, sondern inszenieren, d.h. dass alles, was uns bewusst wird, unsere eigene Inszenierung davon ist. Die
Ausstellung von Hendrik de Wit bewegt sich im Grenzbereich
wahrer wie erfundener Geschichten, zwischen Realität, Bühne
und Phantasie. Seine Objekte sind bühnenhafte Modelle von einer
medienvermittelten und fiktiven Realität, in deren Mikrokosmos
wir voyeuristisch blicken, wobei wir hinter die Kulissen politisch-gesellschaftlicher
Inszenierung zu sehen glauben. Hendrik de Wit spielt mit der Illusion
des Theaters, mit dem Spektakulären wie Spekulativen und reizt
dabei unsere Wahrnehmung und irritiert unsere Erwartungshaltung und
Vorstellungen. Hendrik
de Wit stellt den Betrachter zunächst in ein vollständiges
Dunkel, um ihn dann für den Blick auf spärlich beleuchtete
nächtliche Landschaften und Räume zu sensibilisieren. Anfangs
orientierungslos erkennt er bald Schemen und Silhouetten, schließlich
dreidimensionale Szenerien. Erst allmählich - wenn sich das Auge
eingestellt hat - werden Situationen erkennbar: von gejagten Grenzgängern,
die sich in Gebüschen verstecken, Zäune zu überklettern
versuchen und dabei der Brutalität ihrer uniformierten Verfolger
wehrlos ausgesetzt sind. |