SHOT STORIES 2
Hubert Becker

NATIVE SOIL
9. April - 7. Mai 2005

Die Fotoreihe SHOT STORIES wird mit Hubert Becker und seiner Ausstellung Native Soil fortgesetzt mit der Absicht, die einzelne Fotogeschichten zusammenzufügen und in neue Kontexte zu bringen. So tritt die klare horizontale Linie der ersten Fotoreihe von Doris Frohnapfels Border Horizons, in denen sie die Europäischen Grenzen dokumentiert, zurück, bleibt als Bruchstück bestehen und schließt sich damit auch der folgenden Fotogeschichte an.

In Native Soil beschäftigt sich Hubert Becker mit dem Thema Fotografie und Täuschung in einer vielschichtigen aber sehr versteckten Weise. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien spielen mit der Mimesis und Illusion. Sie sind Fakes, die Bilder, Fotos, reale Gegenstände wie Zeichnungen imitieren. Teilweise sehr zeitaufwendig baut Becker seine verschiedenen Sujets in tischgroßen Modellen nach. Das dreidimensionale, neu gestaltete Double bildet er wieder als Foto ab, um sich dem Originalbild anzunähern und dieses gleichzeitig zu brechen.

In seiner Motivauswahl geht er sehr persönlich vor, als wollte er mit diesen Trugbildern eine Geschichte von sich selbst erzählen. Das Matterhorn, eine Straße in Leipzig (das Foto von Thomas Struth), eine Zeichnung seines Heimatdorfs, seine Schuhe, Che Guevara, der Planet Eros und die Nachbildung von Blossfeldts Fotografie sind Ornamente und Ikonen, die als verzerrte Spiegelbilder dargestellt werden. Als Fotograf bedient sich Becker der allgemeinen Bilderwelt, die er nachbaut, in ein andere Wirklichkeit umgestaltet und in seine eigene Geschichte fragmentarisch und ironisch integriert.

Zu der Ausstellungsreihe ist eine Publikation über Fotografie erscheinen.